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Einmal im Monat treffen wir uns mit anderen Autoren historischer Romane zu einem Stammtisch, tauschen Erfahrungen aus und genießen es, mit Leuten zusammen zu sein, die dieselbe berufliche Sprache sprechen. Anfang dieses Jahres brachte unsere Kollegin Heidi Rehn die Idee für eine Gemeinschaftslesung in der Seidl-Villa in München auf. Sie übernahm auch dankenswerterweise die Organisation und so konnte die Lesung wie geplant stattfinden.
Heidi Rehn las selbst aus "Der Tod im Englischen Garten". Petra Balzer de Garcias erzählte von "Die Reben von Scala Dei" und machte Elmar damit Lust auf einen guten Schluck Wein. Allerdings gab es für ihn hinterher nur Hollerschorle, da er noch Auto fahren musste. Fredrik Berger berichtete von "Der Geliebten des Papstes" und Iny las aus "Die Feuerbraut".
Die Zuschauerresonanz für diese Lesung war überraschend groß, doch brachte die große Besucherzahl Probleme mit sich. Die Akustik in dem Saal war sehr schlecht und obwohl alle Lesenden sich bemühten, so laut wie möglich zu sprechen, war auf den hinteren Plätzen kaum mehr etwas zu verstehen. Eine Mikrophonanlage stand leider nicht zur Verfügung.
Nach der Lesung gab es noch eine Diskussions- und Fragerunde mit allen vier Autoren, die wie die Lesung selbst von unserer Kollegin Micaela Jary moderiert wurde.
Die Lesereise:
Nach der Lesung in der Seidlvilla richteten wir unsere Gedanken nach vorne auf unsere erste, vom Knaur-Verlag organisierte Lesereise. Wir hatten zwar in den letzten Jahren immer wieder Lesungen gemacht, doch diese fanden entweder im Rahmen von Gemeinschaftslesungen der Jahrestreffen von DeLiA und Quo Vadis oder aber während unserer Urlaube statt, in denen wir jene Orte besuchten, in denen wir lesen würden.
Diesmal aber war es anders. Wir hatten eine festgeschriebene Route, die uns von Pforzheim über Stahlhofen am Wiesensee und Bitburg bis in den deutschsprachigen Gebiete Belgiens, also nach St. Vith und Eupen, geführt hat. Den Abschluss bildete schließlich Unterhaching bei München.
17.04.2008: Ein Schneegestöber auf der Schwäbischen Alp.
Im vergangenen Jahr vermochte der April von der Sonnenscheindauer und den Temperaturen selbst den August zu beschämen. Heuer meinte er es jedoch nicht so gut mit uns. Als wir aufbrachen, war es kalt und regnerisch. Der Weg nach Pforzheim zu Thalia führte über die Schwäbische Alp, und dort fielen mit einem Mal dicke Schneeflocken vom Himmel. Es war, als wolle der Winter sich noch einmal mit Gewalt zurückkehren. Zum Glück dauerte der Spuk nur kurze Zeit, und als wir schließlich unseren Campingplatz in der Nähe von Pforzheim erreichten, hatten die Schleusen des Himmels sich wieder geschlossen. Zwar stiegen die Temperaturen nur knapp über den Gefrierpunkt, doch mit warmem Tee, einer zusätzlichen Decke um die Schultern und einem spannenden Buch in der Hand ließ sich auch das aushalten.
Die Lesung selbst fand in der Thalia-Buchhandlung in der Westlichen Karl-Friedrich-Straße statt. Vorher aber trafen wir uns noch mit den Eltern der Sekretärin unserer Agentin zu einem angenehmen Gespräch im Café der Thalia-Buchhandlung und meldeten uns anschließend bei Frau Föst, der Leiterin dieser Filiale. Deren Kolleginnen bauten unterdessen die Stuhlreihen aus und es trafen auch bereits die ersten Gäste ein.
Um 20:15 Uhr war es dann so weit. Die Zahl der Zuhörer war überraschend groß, und alle waren zu unserer Freude aufmerksam und interessiert. Die Lesung ging gut von statten, und anschließend erzählten wir einige Anekdoten aus unserem Autorenleben. Den Zuhörern schien es gefallen zu haben, denn die Zahl der Bücher, die wir zuletzt signieren durften, übertraf beinahe die Anzahl der Anwesenden.
Ebenso erleichtert wie erfreut verabschiedeten wir uns zuletzt von Frau Föst und ihren Kolleginnen in der Thalia-Buchhandlung und kehrten zu unserem Wohnwagen zurück.
19.04.2008: Die Bräute vom Wiesensee.
Unsere nächste Station war Stahlhofen am Wiesensee in der Verbandsgemeinde Westerburg im Westerwald. Die Lesung fand im Hotel Lindner am Wiesensee statt. Doch bevor es dazu kam, mussten wir erst einmal einen Schock verdauen. Wir merkten nämlich plötzlich, dass unsere Lesung zur gleichen Zeit wie das Deutsche Fußballpokalfinale zwischen Borussia Dortmund und Bayern München stattfand und hofften, wenigstens ein paar Frauen würden ihre Männer allein vor den Fernsehgeräten sitzen lassen und kommen.
Frau Engel von der Verbandsgemeinde Westerburg, die sich rührend um uns kümmerte, versuchte uns zu beruhigen. Das Festival "Mona liest", in dessen Rahmen unsere Lesung stattfand, sei eine feste Institution im Westerwaldkreis und auch ein Pokalfinale würde die Leute nicht davon abhalten zu kommen.
Sie behielt Recht. Als wir kurz vor der Lesung vorsichtig in den Saal hineinspähten, waren nur noch ein paar Plätze in der letzten Reihe frei. Am meisten freute es uns, dass unsere liebe DeLiA-Kollegin Ednor Mier samt Ehemann und einem befreundeten Ehepaar den immerhin mehr als eine Stunde langen Weg von ihrer Heimatstadt an den Wiesensee angetreten hatte.
Die Veranstaltungen von "Mona liest" werden als Eventlesungen abgehalten. Ein Autor liest aus seinem Buch und in der Pause findet eine (ungefähr) dazu passende Vorführung statt. In unserem Fall brachte der Titel "Die Feuerbraut" die Veranstalter dazu, eine Brautmodenschau zu organisieren. Hübsche Westerwälder Models führten die Kreationen von Brautmoden Hartmann in Betzdorf vor und begeisterten damit die Zuschauer und auch uns. Es war ein wirklich gelungener Event, für den wir als Abschluss unserer Lesung auch eine entsprechende Szene gegen Ende unseres Romans ausgesucht hatten.
Anschließend begann eine sehr muntere Fragerunde und es galt auch hier, viele Bücher zu signieren.
Am nächsten Morgen schieden wir mit etwas Wehmut von einer Gegend, die bei besseren Temperaturen durchaus einen Urlaub wert wäre. Es galt, von einem Ende Rheinland-Pfalz' zum anderen zu fahren. Unser nächstes Ziel war Bitburg, und zu unserer Freude begann das Thermometer in unserem Wohnwagen zu steigen.
21.04.2008: Bei der Buchhandlung Logos in Bitburg.
Vor genau 26 Jahren waren wir schon einmal in Bitburg gewesen, um eine Freundin zu besuchen. Wir hatten den alten Stadtplan von damals mitgenommen und dieser reichte aus, um sowohl das Hotel Eifelbräu, in dem die Lesung stattfand, wie auch die Buchhandlung Logos in der Trierer Straße zu finden. Herr Thiemann, der Geschäftsführer, und Frau Gallo, die Leiterin dieser Filiale, machten es uns leicht, uns dort wohl zu fühlen, und sie wussten auch zu berichten, dass der Vorverkauf ausgezeichnet verlaufen wäre. Fast alle Anwesenden waren Stammkunden der Buchhandlung Logos und die meisten davon Iny-Lorentz-Fans. Für uns war dies natürlich die Verpflichtung, den Erwartungen unserer Zuhörer gerecht zu werden.
Eine Dame erzählte uns, dass ihr Ehemann sich bereits beschwert hätte, weil durch die fesselnde Lektüre unserer Romane gelegentlich das Essen etwas zu spät auf den Tisch käme. Der Herr hat unser vollstes Mitgefühl, doch auch seinetwegen werden wir nicht davon abgehen, weiterhin spannende Romane zu schreiben.
Herr Thiemann von der Buchhandlung Logos stellte uns in einer kurzen Ansprache vor und dann begann die Lesung. Wie immer wurde sie mit einer angeregten Fragestunde beendet. Dabei konnten wir auch auf einige weitere Projekte hinweisen und Elmar musste die Frage beantworten, ob er bereits ein einheimisches Bier probiert hätte. Die Antwort war ja, denn er hatte sich zum Mittagessen ein Pils geleistet.
Nach dem obligaten Signieren einer großen Anzahl an Büchern saßen wir dann noch ein halbes Stündchen mit Herrn Thiemann und Frau Gallo zusammen, und planten das weitere Programm, denn auch die nächsten beiden Lesungen in Belgien wurden von Herrn Thiemanns Buchhandelskette organisiert.
23.04.2008: Bei Thiemann in St. Vith.
Da die Entfernungen zwischen den nächsten Leseorten überschaubar blieben, entschlossen wir uns, auf dem Campingplatz an der belgischen Grenze zu bleiben und St. Vith und Eupen von dort aus anzufahren. Für uns ergab sich daher ein freier Tag, den wir zu einem Ausflug nach St. Vith nutzten, um uns dort umzusehen. Außerdem fanden wir in der Buchhandlung Thiemann einige schöne Sachbücher für unsere nächsten Recherchen. Herr Thiemann lud uns spontan bei sich zu Hause zum Mittagessen ein. Es gab ein ausgezeichnetes Käsesoufflé und original Belgische Fritten sowie ein angeregtes Gespräch, bei dem die Zeit wie im Flug verging.
Die Lesung in St. Vith fand am nächsten Abend statt. Herr Thiemann war zunächst etwas nervös, da der Vorverkauf etwas hinter seinen Erwartungen zurückgeblieben war. Doch nach einem Radiointerview mit uns im Belgischen Rundfunk strömten die Fans doch zahlreich ins Hotel Wiesenbrona und Herrn Thiemanns Miene hellte sich zusehends auf. Nach der Lesung entspann sich eine angeregte Diskussion, bei der Elmar auf seine Vergangenheit auf einem Bauernhof angesprochen wurde. In dieser ländlich geprägten Gegend waren mehrere Frauen gekommen, die selbst auf Bauernhöfen lebten, und die waren natürlich auf Elmars Bericht über sein elterliches Anwesen gespannt.
Auch während des anschließenden Signierens wurde noch fleißig geplaudert, und als wir nach der Lesung noch auf ein Glas Bier, bzw. Weinschorle mit Herrn Thiemann und seinem Team zusammensaßen, war für den Boss die Welt wieder völlig in Ordnung.
24.04.2008: Bei Logos in Eupen.
Bereits am nächsten Tag ging es in Eupen weiter. Diesmal war das Kolpinghaus der Ort der Lesung, und das brachte einige amüsante Momente mit sich. Gelegentlich drangen nämlich christliche Gesänge in unseren Raum und zwangen uns zu kleinen Pausen. Doch verebbten die Lieder immer wieder rasch und die Lesung konnte weitergehen. Auch hier war die anschließende Diskussion sehr rege und Herr Thiemann sah hinterher zufrieden auf die Schlange, die sich zuerst vor dem Büchertisch und dann vor dem Tisch bildete, an dem wir signierten.
Nach dem Ende der Lesung setzten wir uns noch für eine kurze Zeit im Café des Kolpinghauses zusammen und ließen die drei schönen und erfolgreichen Lesungen in Herrn Thiemanns Buchhandelskette ausklingen. Elmar bekam dabei Malzbier, denn er musste ja noch eine hübsche Strecke mit dem Auto bis zum Campingplatz zurückfahren.
An dieser Stelle wollen wir uns bei Herrn Thiemann, seiner Frau und seinem ganzen Team noch einmal herzlich für die freundliche Aufnahme bedanken, die uns das Gefühl gab, Teil einer großen und fröhlichen Familie zu sein.
Ein Bericht und zwei Fotos von den Lesungen bei Logos-Thiemann sind auf der Website dieser Buchhandelskette unter www.logos.be zu finden.
26.04.2008: Die Lesenacht in Unterhaching.
Der nächste Vormittag kam grausam früh. Doch es half nichts, wir mussten unseren Wohnwagen anhängen und nach Hause fahren. Unsere Lesereise war jedoch noch nicht zu Ende. Ein letzter Termin wartete noch auf uns, nämlich unsere Teilnahme an der 4. Unterhachinger LeseNacht. Bei dieser Veranstaltung las eine ganze Reihe von Autorinnen und Autoren an verschiedenen Stellen in Unterhaching jeweils 45 Minuten.
Wir hatten zwei Auftritte, einmal in der Buchhandlung Helming & Häuser sowie in der Gemeindebibliothek. Diesmal brauchten wir keinen Wohnwagen, sondern konnten von unserem Wohnort aus hinfahren und reisten wie immer frühzeitig genug an, um uns vor der Lesung noch ein Stündchen zu entspannen. Kurz vor 20:00 Uhr betraten wir die Buchhandlung Helming & Häuser. Die Autorin, die vor uns gelesen hatte, war noch fleißig am signieren, doch standen bereits die Leute vor der Tür, die uns hören wollten. Es wurde voll in der Buchhandlung, und die letzten Besucher mussten mit Stehplätzen vorlieb nehmen. Dies tat aber der Stimmung keinen Abbruch, und obwohl wir rechtzeitig mit dem Lesen und Diskutieren aufgehört hatten, wurde die Zeit knapp, da doch etliche Fans ihre Bücher von uns signieren lassen wollten.
Wir schafften auch dies und dann ging es im Sauseschritt in Richtung Bücherei, die ebenfalls sehr voll war. Dort hieß es erst einmal ausschnaufen. Punkt 21:00 Uhr konnten wir loslegen. Nach der Lesung meinte eine noch sehr junge Dame, dass ihr das, was wir vorgelesen hatten, sehr gefallen hätte. Wir hoffen aber trotzdem, dass sie noch ein paar Jahre ins Land gehen lässt, bevor sie ihren ersten Iny-Lorentz-Roman liest.
Trotz der knappen Zeit entspann sich noch eine rege Diskussion, die wir zuletzt mit Gewalt abbrechen mussten, um Platz für die nächste Autorin zu machen. Bei ihr handelte es sich um Asta Scheib. Wir hatten schon längere Zeit gehofft, eine ihrer Lesungen besuchen zu können und nun ergab sich die Gelegenheit dazu. Wir kamen voll auf unsere Kosten, denn wir haben selten eine angenehmere Lesestimme gehört. Jetzt sind wir natürlich sehr gespannt auf ihr Buch "Frost und Sonne".
Damit war für uns diese Lesereise endgültig zu Ende. Es waren neun schöne, wenn auch sehr anstrengende Tage, die Begegnung mit vielen lieben Menschen und Eindrücke, die wir so rasch nicht vergessen werden.
Mit herzlichen Grüßen
Iny und Elmar Lorentz
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