Bei Werken arbeiten Sie eng mit Ihrem Mann zusammen - sind die Meinungen zum Verlauf der Geschichte oft verschieden? Wie läuft die Zusammenarbeit ab?
Nein, unsere Meinungen zum Verlauf der Geschichte weichen nicht stark voneinander ab. Im Anfang wird der grobe Rahmen diskutiert und wir einigen uns recht bald auf ein Konzept. Während mein Mann recherchiert, passen wir unsere Geschichte immer stärker an die Historie an. Dann schreibt mein Mann den Rohtext - den ich laufend nachlese und mit ihm durchspreche. Änderungen aus diesen Diskussionen arbeitet mein Mann in einer ersten Überarbeitung ein. Dann übernehme ich den Text und bearbeite ihn in fünf Durchgängen, die mein Mann nachliest und kommentiert. Diese Kommentare bearbeite ich jeweils vor meinem nächsten Überarbeitungsschritt. So wird jeder Text von uns mindestens zwölfmal gelesen bzw. angefasst.
Wie kommen die Ideen für ein Buch im Hause Lorentz zu Stande? Was unternehmen Sie, wenn Ihnen partout keine Ideen einfallen?
KEINE IDEEN? Das gibt es nicht! Ideen wachsen wie Gras – man gebe Elmar und mir eine halbe Stunde auf einem Spaziergang – und wir kommen mit drei neuen Romanideen zurück. Wir wehren eher ab, als dass wir neue entwickeln, denn unsere Liste dürfte im Augenblick knapp sechzig Mini-Exposés umfassen.
Warum sind stets Frauen die Protagonistinnen und Heldinnen in Ihren Romanen?
Wir finden es interessanter, über die Schicksale von Frauen zu schreiben, da diese von der Gesellschaft in ein engeres Verhaltenskorsett gedrängt wurden und bei Verstößen gegen die Sitte mit härteren Reaktionen rechnen mussten. Es hat uns bereits früher gereizt, unsere Geschichten von der schwächeren Seite aus aufzuzeigen, und über lange Jahrhunderte stellten Frauen aller Klassen diese schwächere Seite dar.
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