Iny:
Ja, wir entwickeln gemeinsam die Romanidee: Wir reden über die Idee, wir reden über den Ablauf, besonders auch über das Ende. Elmar recherchiert währenddessen. Wir reden immer wieder darüber, um sie weiter auszubauen, Elmar schreibt inzwischen den Rohtext des Romans und ich kritisiere ihn zwischendurch.
Elmar:
Wenn der Rohtext fertig ist, überarbeite ich noch einmal nach Inys Kritik und versuche dann auch die logischen Grundzüge des Romans, wie auch die historischen Hintergründe noch einmal zu verifizieren. Danach übernimmt Iny den Text und sie formt und schleift ihn solange zurecht in der Überarbeitung bis wir beide damit zufrieden sind und den Roman abgeben können.
Iny:
Ja, was tun wir am liebsten? Ich mach unheimlich gerne Ausflüge mit meinem Mann, ohne ihn ungern. So dass wir auch viel spazieren gehen können, Neues sehen, dabei kommen Ideen wieder und wir reden über neue oder auch über die alten Ideen. Es ist ganz wichtig, dass wir ständig in Kommunikation sind und das können wir am besten bei Spaziergängen und – noch besser -, bei Spaziergängen in neuen Umgebungen.
Elmar:
Ja gut, ich lese sehr gerne. Ich muss auch meine Recherchen machen und das geht meistens eben durch lesen und dann eben das Spazierengehen mit meiner Frau, sich über neue Projekte unterhalten und sich laufende Projekte wieder einmal ins Gedächtnis rufen, um sie so hinzubiegen, dass wir damit zufrieden sind.
Iny:
Die größten Stärken: Ich arbeite sehr diszipliniert. Ich bin beharrlich, um nicht zu sagen stur und ich kann aber auch gut zuhören.
Elmar:
Na gut, nach meinen größten Stärken suche ich eigentlich noch. Aber man könnte eins sagen: Ich bin äußerst zielstrebig und wenn ich mir ein Ziel setzte, dann erreiche ich es auch.
Iny:
Schwächen? Ich scheue Auseinandersetzungen! Ich ziehe mich lieber zurück wie eine Schnecke in ihr Haus. Und ich kann mich nicht besonders gut durchsetzen. Alles was ich an Durchsetzungsvermögen besitze, ist einfach meine Beharrlichkeit.
Elmar:
Nun gut, meine Schwächen: Ich bin ungeduldig, mit mir und mit anderen Menschen und außerdem in gewisser Weise menschenscheu, dass heißt, ich habe oft Probleme mit Menschen zurecht zu kommen.
Iny:
Starke Hauptfiguren? Das Wort »stark« stört mich etwas. Ich halte unsere weiblichen Hauptfiguren für ganz normale Frauen, die in Situationen geraten, in denen sie entweder kämpfen müssen oder untergehen. Frauen in früheren Zeiten waren noch wesentlich zäher als heute und hatten eine Menge Schwierigkeiten, weil sie vom Recht und Gesetz her als halbe Menschen galten. Ein Mann hatte mehr Stimme als zwei Frauen zusammen.
Elmar:
Also mich stört das mit den starken Hauptfiguren auch. Ich kann hier nur sagen, dass ich in meiner Mutter ein Vorbild hatte. Nach dem Tod meines Vaters musste sie sehr hart kämpfen, um unseren Bauernhof zu erhalten und mich hat diese Zeit natürlich sehr geprägt.
Iny:
Mein ganz persönlicher Traum ist ein Haus ohne Treppen - ein Bungalow. Und den möchte ich mir auf jeden Fall erfüllen. Ich bin gehbehindert und ich hasse nichts mehr als tagtäglich die Treppen in unserer Mietwohnung rauf und runter rennen zu müssen.
Elmar:
Mein großer Traum ist es, einen ganz speziellen Roman zu schreiben, der seit vielen Jahren in meinem Kopf ist. Und erleben wie er zu einem Erfolg wird!
Iny:
Bei historischen Persönlichkeiten interessiert mich sehr Christine de Pizan. Sie war die erste Berufsschriftstellerin, die bekannt wurde. Ihre Bücher wurden an Höfe verkauft. Der französische König hat sie ebenso gekauft, wie deutsche Herzöge. Und sie hat über vierzig Bücher gemacht, die wundervoll ausgestatten wurden. Allerdings würde ich auch ganz gern Laurence von Arabien treffen.
Elmar:
Wie gesagt, Leute die ich gerne treffe, dass sind Leute, die etwas zu erzählen haben. Zum Beispiel Kolumbus, nachdem er von seiner ersten Amerikareise zurückgekommen ist oder auch Anna Maria Sibylla Merian, die als eine der ersten Frauen in Südamerika Forschung betrieben hat und wunderschöne Bilder von der Botanik in Surinam gezeichnet hat.
Elmar:
Ein Buch, das jeder gelesen haben sollte, ist meiner Ansicht nach die Bibel, denn sie vermittelt den besten Eindruck der Entwicklung unserer jetzigen Kultur.
Iny:
Da gebe ich meinem Mann Recht. Die Bibel ist eine Grundlage unserer Kultur, und wenn man so einiges beobachtet und sich ansieht, und liest darin, dann versteht man etwas mehr.
Iny:
Konstanz! Wir haben schließlich ein Buch darüber geschrieben. Es war interessant mitzubekommen, wie in einer kleinen Stadt, oder einer normalgroßen Stadt in jener Zeit die sozialen Beziehungen unter der Wucht dieser Besucher zusammenbrechen, deren Anzahl teilweise höher war, als die der Einwohner.
Elmar:
Ich habe hier lange überlegt, um diese Frage zu beantworten. Es gibt viele Orte, die man nennen könnte, aber ich will auch auf einen kleinen gehen, nämlich die Stadt Mühldorf am Inn. Mühldorf war jahrhundertelang eine Salzburger Enklave mitten in Bayern und hat sich in dieser Zeit immer wieder den Begehrlichkeiten der bayerischen Herzöge zu entziehen gewusst. Außerdem fand dort die letzte Ritterschlacht vor der Verwendung der Feuerwaffen statt und zwar zwischen Ludwig dem Bayern und Friedrich von Österreich, beide Kaiser des heiligen römischen Reiches.
Iny:
Ich muss ganz ehrlich sagen, ich weiß nicht, welche historische Persönlichkeit von der Geschichte falsch gedeutet wurde. Ich war nicht dabei.
Elmar:
Ich möchte hier zum einen Lucrezia Borgia nennen, die gewiss nicht so schlimm war, wie sie in der normalen Geschichtsüberlieferung beschrieben wird. Und zum anderen King John von England, der immer als der böse Gegenpol seines Bruders Richard bezeichnet wird. Dabei war er weitaus harmloser und weniger gewalttätig und grausamer als dieser.
Iny:
Mich interessiert, weniger inspiriert, die Spätrenaissance und der Barock. Besonders die Zeit der Serenissimi, der deutschen Kleinstaaterei, die meines Erachtens sehr sehr viele Geschichten birgt, die man verwenden könnte. Die Zeit wird einfach unterschätzt und als langweilig bezeichnet und das war sie absolut nicht.
Elmar:
Mich interessiert eigentlich jede Epoche, mit der ich mich gerade beschäftige. Es juckt mich jedes Mal in den Fingern, einen Roman über diese Zeit zu schreiben. Leider kann ich es nicht. Soviel Zeit habe ich nicht.
Iny:
Amor spielen, nein ich nicht. Die Leute müssen selbst zusammen finden, was von außen zusammengedrückt wird, passt nie.
Elmar:
Ja gut, die Frage stellt natürlich große Ansprüche an die Fantasie, aber ich hab mir eines überlegt: Ein wunderbares Paar wären die ägyptische Pharaonin Hatschepsut und Kaiser Otto III. Man könnte wirklich gespannt sein, was daraus wird.